Landwirtschaftliche Betriebe müssen bei der Bewirtschaftung ihrer Flächen eine Vielzahl von umweltbezogenen Gesetzen und Verordnungen auf EU-, Bundes- und Länderebene einhalten. In Schutzgebieten bestehen in der Regel weitere flächenbezogene Auflagen oder freiwillig vereinbarte Maßnahmen zum Boden-, Gewässer-, Natur- oder Landschaftsschutz.
Wir unterstützen die Betriebe individuell oder im Rahmen einer gebietsbezogenen Spezialberatung (z.B. durch Beratung von Kooperationen in Wasserschutzgebieten) bei der Einhaltung dieser Anforderungen. Dabei unterstützen wir auch bereits in Wasserschutz- oder Flusseinzugsgebieten tätige Beratungsinstitutionen im Hinblick auf eine Optimierung der Beratungsinhalte. Dies erfolgt z.B. durch die Bereitstellung von lokalen bodenkundlichen Standortdaten für die Düngeplanung und durch die Untersuchung der Entwicklung von Stoffkonzentrationen im Sickerwasser, wodurch sich Rückschlüsse auf den Beratungserfolg ergeben.

Im Hinblick auf die Beratungsinhalte ergeben sich folgende Schwerpunkte, wobei diese je nach Relevanz des Betriebes für den Gewässerschutz (z.B. Umfang von Betriebsflächen im Wasserschutzgebiet, Höhe des Anfalls von betriebseigenen Wirtschaftsdüngern, Anteil von sensiblen Standorten für den Gewässerschutz) mit einer unterschiedlichen Beratungsintensität umgesetzt werden sollten:

  • Aufzeichnungen und Untersuchungen gemäß der Düngeverordnung (DüV) umfassen die Erstellung des jährlichen Nährstoffvergleichs, die Durchführung von Bodenuntersuchungen zur Ermittlung des Stickstoff-Düngebedarfs (Nmin) und die Analyse der Böden auf ihre Grundnährstoff-Gehalte mit daraus abgeleiteten Düngeempfehlungen. Weiterhin werden die hofeigenen Wirtschaftsdünger auf ihre Nährstoffgehalte untersucht.

  • Umsetzung der „Cross-Compliance-Regelungen“ gemäß den Vorgaben der Direktzahlungen-Verpflichtungen-Verordnung (DirektZahlVerpflV) durch Beratung zu vorsorgenden Maßnahmen des Erosionsschutzes und.zur Einhaltung von geltenden Auflagen der jeweiligen Landeserosionsschutz-Verordnung. Darüber hinaus werden Humusbilanzen erstellt bzw. es erfolgt eine direkte Bestimmung der Humusgehalte der Böden, wenn dies aufgrund der Fruchtfolgegestaltung des Betriebes erforderlich ist.

  • Spezialberatung „Landwirtschaftlicher Gewässerschutz“

    • Aufstellung von gesamtbetrieblichen Hoftor-Nährstoffbilanzen, schlagbezogenen Flächenbilanzen sowie Ermittlung der Effizienz der Wirtschaftsdüngeranwendung als Indikatoren der Bewirtschaftung im Hinblick auf den Gewässerschutz. Hierdurch können Schwachstellen beim Nährstoff-Management erkannt und entsprechend optimiert werden. Es wird deutlich, bei welchen Betrieben ein erhöhter Beratungsbedarf besteht.

    • Aufstellung einer gesamtbetrieblichen Düngeplanung bei Betrieben mit erhöhtem Beratungsbedarf unter Einbeziehung der schlagbezogenen Standortdaten ( z.B. des Stickstoff-Nachlieferungspotentials der Böden). Ziel ist die weitestgehende Vermeidung von Flächenbilanz-Nährstoffüberschüssen durch einen ausgewogenen Einsatz von Wirtschafts- und Mineraldüngern.

    • Beratung der Betriebe im Hinblick auf eine verlustarme Ausbringungstechnik bzw. bei einer überbetrieblichen Ausbringung von Wirtschaftsdüngern.

    • Beratung bei der Antragstellung und Umsetzung von Agrarumweltmaßnahmen. Diese haben in den letzten Jahren über den Ausbau der 2. Säule der "Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP)“ zunehmend an Bedeutung gewonnen. Insbesondere für Betriebe, die in Wasserschutz- oder Naturschutzgebieten wirtschaften, ergeben sich hier wesentliche Synergieeffekte. Auch flächenbezogene Maßnahmen in Wasserschutzgebieten, die den Landwirtschaftsbetrieben durch die Wasserversorgungsunternehmen in Form von „Freiwilligen Vereinbarungen“ angeboten werden, erfordern häufig eine auf den Standort bezogene Beratung, um eine möglichst gute Wirksamkeit für den Grundwasserschutz zu gewährleisten. Dies gilt z.B. für die Etablierung gewässerschützender Fruchtfolgen beim Anbau von Bioenergiepflanzen.